Neues vom BJV Stand 31.7.2020

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder

jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der Referentenentwurf für das neue Bundesjagdgesetz liegt offiziell vor – die Länder- und Verbändeanhörung hat begonnen.

Es bleibt eine robuste Diskussion. Die Jagd muss dabei als nachhaltige Bewirtschaftungsform eigenständig erhalten bleiben, bzw. gestärkt und nicht „nur“ als dienende Funktion anderer Bewirtschaftungsformen abgewertet werden. Das widerspricht allen bisherigen Grundlagen und belastet ein partnerschaftliches Verhältnis von Jagd, Landwirtschaft und Forst.

Neben den unstrittigen Formulierungen aus dem Koalitionsvertrag des Bundes gibt es vor allem beim Thema Abschussplanung und dem Umgang mit dem Rehwild großen Gesprächsbedarf. Wir brauchen keine neuen Kampfbegriffe wie einen „Mindestabschuss“, sondern eine Rehwildabschussplanung, die die Belange des Wildes gebührend berücksichtigt und es nicht zum „Sündenbock” für alle forstlichen Herausforderungen abstempelt. Bayern gibt dafür in seinem BayJG wertvolle Ansätze, die es zu erhalten gilt. Passende Formulierungen fehlen leider bisher im Referentenentwurf des BJG.

Außerdem dürfen nicht durch die Hintertür die Struktur der Hegegemeinschaften gefährdet,  weitere jagdliche Regulative ad absurdum geführt und die Rechte der Jagdausübungsberechtigten eingeschränkt werden.

In dem jetzt kommunizierten Referentenentwurf des Bundesjagdgesetzes sind aus unserer Sicht zwingend Verbesserungen und Klarstellungen notwendig. Als anerkannte Vertretung der Jagd in Bayern bringen wir uns in der Verbändeanhörung intensiv ein und erheben das Wort für das uns anvertraute Wild und seine Lebensgrundlagen. Dazu wird das BJV-Präsidium unter Einbindung des Rechtsausschusses fristgerecht eine Stellungnahme mit konkreten Änderungsvorschlägen abgeben. Die Beratungen dazu haben bereits Anfang der Woche begonnen. Der BJV Schießausschuss hat längst handlungsfähige Konzepte und Positionen und ist maßgeblich an der Verbesserung der offenen Fragen rund um die Munition beteiligt und wird konkrete Verbesserungen des Referentenentwurfes abgeben. Ebenso sind die Experten des BJV zum Thema Jagdschein aktiv, um Unklarheiten zu beseitigen. Das ist aber alles kein Wettrennen, sondern bedarf der fundierten Beratung und exakten Formulierung.

Ziel ist es, die in Bayern seit Jahrzehnten gelebte Abschussplanung zu sichern, dem Zustand der Wildtiere und Wildtierpopulationen zu einem größeren Stellenwert zu verhelfen, und die in der bayerischen Schalenwildrichtlinie fest verankerten Grundsätze zur Beachtung wildbiologischer Aspekte, wie die Sozialstruktur, der Altersaufbau und die körperliche Verfassung des Wildes, zu berücksichtigen. Ebenso ist es unser Ziel, die ehrenamtlichen Strukturen der Jagd in Bayern zu festigen, die waidgerechte Ausübung der Jagd zu stärken und gleichzeitig den Waldumbau zu unterstützen. Diesbezüglichen Verschärfungen, die einseitig zu Lasten insbesondere des Rehwilds gehen, werden wir nicht zustimmen. Es ist immer noch das Jagdgesetz, das novelliert wird, und nicht das Waldgesetz! Daher werden wir nicht nur auf den jetzt vorgestellten Entwurf reagieren, sondern weitere Vorschläge zum Schutz des Wildes in die Diskussion einbringen. Gerne nehmen wir dazu auch Ihre Anregungen auf.

Den Referenten-Entwurf BJagdG finden Sie im Anhang.

Am 28. August wird es noch einmal eine offizielle Verbändeanhörung in Bonn geben. Das heißt, wir werden uns weiter intensiv über die Abgeordneten und bei der Anhörung selbst einbringen.

Gesetzentwurf BJagdG Stand 13.07.2020. endg

 

Das erwartet Sie heute außerdem:

  • Bürgerallianz Bayern – Unterstützung für „Immaterielles Kulturerbe Jagd“
  • Niederwild und Artenvielfalt – Jäger und Landwirte verbessern Lebensraum
  • Hygiene-Konzept für Bewegungsjagden

Ihr Thomas Schreder