Kitzrettung mit Drohne – Landwirte und Jäger arbeiten Hand in Hand

Wenn die Heuernte ansteht
Frühsommer – heißes trockenes Wetter ist angekündigt. Für die Landwirte bedeutet das: Die Heuernte steht an. Zu dieser Zeit liegen vielerorts noch Rehkitze im hohen Gras – oft noch sehr jung und ohne Fluchtinstinkt. Damit sie durch das Mähwerk nicht verstümmelt oder getötet werden, müssen die Wiesen vor der Mahd sorgfältig abgesucht werden. Jetzt rufen die Landwirte ihre Jagdpächter an: „Moign mah‘ ma!“ Morgen wird gemäht!

Moderne Technik macht Kitzrettung zuverlässiger
Im Landkreis mähen dann viele Landwirte nahezu zeitgleich und die Flächen müssen innerhalb kurzer Zeit möglichst effizient kontrolliert werden. Um die Landwirte und Jäger bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen zu können, hat die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck des Bayerischen Jagdverbandes letztes Jahr zwei Drohnen angeschafft….Mehrere Jäger ließen sich zu Drohnenpiloten ausbilden und übernehmen seither ehrenamtlich die Kontrolle der Wiesen.

Jäger bestätigen: „Die Organisation ist unkompliziert: Freie Zeitfenster im Kitzretter-Kalender prüfen – Wiesen markieren und ans Kitzretter-Team übermitteln – kurz darauf folgt bereits die Rückmeldung: Wann und wo treffen wir uns morgen früh?

Bereits ab 4 Uhr morgens sind die Drohnenpiloten im Einsatz. Mit Hilfe von Wärmebildkameras werden die Flächen systematisch abgesucht. Entdeckt die Drohne ein Kitz, wird ein Helfer – meist der Jäger – per Funkgerät an die Fundstelle geleitet. Das Kitz wird in einer luftdurchlässigen Kiste gesichert. Erst wenn die gesamte Fläche kontrolliert und freigegeben ist, beginnt der Landwirt mit der Mahd.
Dann geht es für den Drohnenpiloten weiter zum nächsten Einsatzort. Es pressiert, denn nur in den frühen Morgenstunden sind die Temperaturunterschiede zwischen dem nachtkühlen Gras und den warmen Tierkörpern deutlich genug, um die Kitze zuverlässig aufzuspüren.

Begeisterung auf beiden Seiten
Die Bilanz fällt durchweg positiv aus. Die Drohnenflüge ermöglichen eine schnelle und zuverlässige Kontrolle der Wiesen und leisten einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz. Auch die Landwirte zeigen sich überzeugt: „Die Drohnenflüge gehen zügig, das Ergebnis ist verlässlich. Es gab es bei uns keine Vorkommnisse mit zermähten Kitzen.“ So zeigt die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Jägerschaft eindrucksvoll, wie moderne Technik und gemeinsames Engagement zum Schutz der heimischen Wildtiere beitragen können.

Andrea Binder